MSCI World oder FTSE All World? Welcher ETF wirklich besser zu dir passt
„Ich hab wochenlang Vergleiche gelesen, bevor ich überhaupt meinen ersten Sparplan eingerichtet habe. Heute weiß ich: Die Zeit hätte ich besser investiert.“
MSCI World oder FTSE All World? (kurz & knapp für Eilige)
Der wichtigste Unterschied zwischen dem MSCI World und dem FTSE All World ist, dass der FTSE All World zusätzlich Schwellenländer enthält. Beide Indizes eignen sich grundsätzlich für den langfristigen Vermögensaufbau. Der MSCI World umfasst derzeit rund 1.300 Unternehmen aus 23 Industrieländern, der FTSE All World rund 4.000 bis 4.300 Unternehmen aus rund 49 Ländern.
Für dich besonders relevant, wenn du gerade deinen ersten ETF-Sparplan einrichtest und dich zwischen den beiden bekanntesten Welt-ETFs entscheiden möchtest – egal ob für dich selbst oder für deine Kinder.
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⚠️ Wichtiger Hinweis: Dieser Artikel dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung dar. Kapitalanlagen sind mit Risiken verbunden, der Wert deiner Anlage kann steigen und fallen.
Ich saß vor zwei Index-Namen, die sich beide nach „die ganze Welt“ anhörten, und konnte mich nicht entscheiden. MSCI World oder FTSE All World? Ich habe Vergleiche gelesen, Foren durchforstet, Videos geschaut – und am Ende hatte ich nicht mehr Klarheit, sondern mehr Fragezeichen.
Was mir damals niemand so richtig gesagt hat: Beide Aktienindizes sind eine gute Wahl. Du kannst mit beiden Varianten langfristig erfolgreich Vermögen aufbauen – breit gestreut und mit passivem Investieren über Indexfonds. Der Unterschied zwischen ihnen ist real und lohnt sich zu verstehen, aber er ist nicht so groß, dass eine falsche Wahl deinen Vermögensaufbau gefährden würde.
Der eigentliche Unterschied ist einfacher als er klingt: Der MSCI World investiert ausschließlich in Industrieländer wie die USA, Deutschland oder Japan. Der FTSE All World investiert zusätzlich in Schwellenländer wie China, Indien oder Brasilien. Lass uns gemeinsam anschauen, was das für dich in der Praxis bedeutet – mit echten Zahlen statt vager Vermutungen.
- MSCI World oder FTSE All World in 30 Sekunden
- Was ist der MSCI World?
- Was ist der FTSE All World?
- Warum sind beide ETFs so stark von den USA geprägt?
- Klumpenrisiko: Was bedeutet das konkret?
- Ein wichtiger Unterschied, den viele übersehen
- MSCI World + Emerging Markets oder FTSE All World?
- ACWI vs. FTSE All World
- Welcher hatte bisher die höhere Rendite?
- MSCI World oder FTSE All World für Anfänger?
- Reicht ein ETF wirklich aus?
- Beispiele für ETFs
- Für Kinder sparen: Welcher Index passt?
- Welcher Welt-ETF passt zu dir?
- Meine persönliche Sicht
- Die häufigsten Irrtümer
- Häufige Fragen
MSCI World oder FTSE All World in 30 Sekunden
| Merkmal | MSCI World | FTSE All World |
|---|---|---|
| Länder | 23 Industrieländer | rund 49 Industrie- & Schwellenländer |
| Unternehmen | derzeit rund 1.300 | derzeit rund 4.000–4.300 |
| Schwellenländer | Nein | Ja, rund 10 % |
| USA-Anteil | rund 70–73 % | rund 62–65 % |
| Top-10-Konzentration | rund 28 % | rund 23–25 % |
| Typische TER | ab 0,05 % | ab 0,15 % |
| Ein-ETF-Lösung | Bedingt | Sehr gut |
Quellen: MSCI, FTSE Russell, ETF-Anbieter. Angaben können je nach Stichtag und ETF leicht abweichen.
Näherungswerte – schwanken je nach ETF-Anbieter und Stichtag.
Du musst nicht den perfekten Aktienindex finden. Du brauchst einen, den du auch in zehn Jahren noch entspannt besparen kannst.
Was ist der MSCI World?
Zusammensetzung und Länder
Der MSCI World gehört zu den bekanntesten Aktienindizes der Welt. Er umfasst derzeit rund 1.300 große und mittelgroße Unternehmen aus 23 Industrieländern, darunter die USA, Deutschland, Frankreich, Japan, Kanada, Australien, die Schweiz und die Niederlande. Die genaue Anzahl wird quartalsweise angepasst.
Mit einem ETF auf den MSCI World investierst du also nicht in einzelne Unternehmen, sondern in einen großen Korb breit gestreuter Firmen aus entwickelten Volkswirtschaften. Zu den größten Positionen gehören Unternehmen wie Apple, Microsoft, Nvidia, Amazon und Alphabet.
Was der MSCI World nicht enthält
Wichtig zu wissen: Der MSCI World enthält trotz seines Namens keine Schwellenländer. Wer über diesen Aktienindex in Länder wie Indien, China oder Brasilien investieren möchte, braucht dafür einen zusätzlichen ETF – zum Beispiel einen Emerging-Markets-ETF.
Was ist der FTSE All World?
Zusammensetzung und Länder
Der FTSE All World verfolgt einen ähnlichen Grundgedanken: Du investierst über einen einzigen Indexfonds in viele Unternehmen gleichzeitig. Der entscheidende Unterschied ist, dass neben Industrieländern zusätzlich Schwellenländer berücksichtigt werden.
Dadurch enthält dieser Welt-ETF deutlich mehr Unternehmen: derzeit rund 4.000 bis 4.300 Aktien aus rund 49 Ländern. Neben den USA, Deutschland oder Japan werden also auch Länder wie Indien, Taiwan, Brasilien, Mexiko oder China berücksichtigt. Taiwan hat China kürzlich als gewichtigsten Schwellenmarkt im Index abgelöst – gemessen am Indexgewicht.
Warum der FTSE All World eine Ein-ETF-Lösung ist
Da der FTSE All World bereits Schwellenländer enthält, reicht für die meisten Einsteigerinnen ein einziger ETF-Sparplan auf diesen Index aus. Es müssen keine weiteren Indexfonds ergänzt werden – das macht ihn besonders einsteigerfreundlich für passives Investieren.
Schwellenländer – oft auch Emerging Markets genannt – sind Länder, deren Wirtschaft sich zwischen Entwicklungsland und Industrieland befindet. Dazu zählen beispielsweise Indien, Taiwan, Brasilien, Indonesien oder Mexiko. Viele Anleger verbinden Schwellenländer mit langfristigem Wachstumspotenzial, gleichzeitig können dort stärkere Kursschwankungen auftreten als in etablierten Industrieländern.
Wenn du gerade erst mit passivem Investieren startest, lohnt sich zuerst der Artikel ETF-Sparplan eröffnen. Dort erfährst du die wichtigsten Grundlagen Schritt für Schritt erklärt.
Warum sind beide ETFs so stark von den USA geprägt?
Marktkapitalisierung bestimmt die Gewichtung
Viele Anlegerinnen sind überrascht, wenn sie zum ersten Mal einen Welt-ETF genauer anschauen. Sowohl beim MSCI World (rund 70–73 %) als auch beim FTSE All World (rund 62–65 %) entfällt ein großer Anteil auf US-Unternehmen.
Das ist kein Fehler und auch keine bewusste Bevorzugung der USA. Die Gewichtung in diesem Aktienindex erfolgt nach Marktkapitalisierung: Je größer ein Unternehmen an der Börse bewertet wird, desto stärker wird es berücksichtigt. Unternehmen wie Apple, Microsoft oder Nvidia sind heute riesige Konzerne mit enormem Börsenwert – deshalb nehmen sie automatisch einen größeren Platz im Index ein.
Was der Unterschied in der Praxis bedeutet
Auch der FTSE All World bleibt trotz breit gestreuter Schwellenländer stark von den USA geprägt. Die zusätzliche Streuung verändert die Gewichtung, hebt die USA aber nicht als größten Markt auf. Bei 100.000 Euro Investment bedeutet dieser Unterschied von rund 9 Prozentpunkten etwa 9.000 Euro weniger USA-Exposure beim FTSE All World, verteilt auf eine breitere globale Basis.
Klumpenrisiko: Was bedeutet das konkret für dein Geld?
Zahlen statt Theorie
Der Begriff „Klumpenrisiko“ klingt abstrakt, deshalb lohnt sich ein Blick auf echte Zahlen. Beim MSCI World stecken die zehn größten Positionen zusammen für rund 28 % des gesamten Aktienindex. Beim FTSE All World liegt dieser Wert bei rund 23 bis 25 %.
Konkret bedeutet das: Bei einem Investment von 100.000 Euro stecken beim MSCI World rund 28.000 Euro in nur 10 Unternehmen. Beim FTSE All World sind es rund 23.000 bis 25.000 Euro. Der Unterschied entsteht, weil die zusätzlichen Unternehmen im FTSE All World das Gewicht der größten Positionen automatisch etwas verdünnen.
Gut oder schlecht?
Das ist weder gut noch schlecht – es ist eine Information, mit der du arbeiten kannst. Ein höheres Gewicht in wenigen Tech-Konzernen hat in den letzten Jahren zu starken Renditen geführt. Es bedeutet aber auch: Sollten genau diese Unternehmen schwächer abschneiden, wirkt sich das überproportional auf den gesamten Index aus.
Wenn dir das US-Klumpenrisiko zu hoch ist, ohne dass du gleich auf Schwellenländer setzen möchtest, gibt es mittlerweile auch ETFs auf den MSCI World ex USA. Das ist allerdings schon eine fortgeschrittenere Strategie und nichts, womit du als Einsteigerin zwingend starten musst.
Ein wichtiger Unterschied, den viele übersehen
FTSE und MSCI klassifizieren Länder unterschiedlich
FTSE und MSCI stufen nicht jedes Land gleich ein. Ein Beispiel: Südkorea gilt bei FTSE als Industrieland, bei MSCI dagegen weiterhin als Schwellenland. Bei Polen ist es ähnlich – FTSE führt es als Industrieland, MSCI weiterhin als Schwellenland.
Wann das für dich relevant wird
Für dich als Einsteigerin mit einem einzigen Welt-ETF spielt das erstmal keine Rolle. Sobald du aber mehrere ETFs verschiedener Anbieter kombinierst, lohnt sich ein zweiter Blick auf solche Versorgungslücken – damit kein Land versehentlich doppelt oder gar nicht im Depot landet.
Für den Start in passives Investieren reicht ein einziger breit gestreuter Welt-ETF. Die Feinheiten der Indexklassifizierung werden erst relevant, wenn du dein Portfolio später gezielt erweitern möchtest.
MSCI World + Emerging Markets oder FTSE All World?
Zwei Wege zum gleichen Ziel
Das ist eine der häufigsten Fragen beim Thema passives Investieren – und es gibt keine eindeutig richtige Antwort. Die Kombination aus einem MSCI-World-ETF und einem separaten Emerging-Markets-ETF ergibt im Grunde ein ähnliches Ergebnis wie ein einzelner FTSE-All-World-ETF, mit einem wichtigen Unterschied: Du entscheidest selbst, wie stark du Schwellenländer gewichtest.
Wer zum Beispiel der Meinung ist, dass Schwellenländer langfristig mehr Wachstumspotenzial bieten, kann den EM-Anteil im eigenen Portfolio gezielt höher setzen – etwa auf 20 oder 25 % statt der üblichen rund 10 %.
Warum die Ein-ETF-Lösung für Einsteiger oft besser passt
Der Nachteil der Zwei-ETF-Kombination: Mehr Entscheidungen beim Einrichten, beim Rebalancing und bei der laufenden Pflege. Außerdem musst du auf die Indexanbieter achten: Ein MSCI-World-ETF kombiniert mit einem FTSE-Emerging-Markets-ETF kann zu Lücken führen, weil beide Anbieter Länder wie Südkorea unterschiedlich einstufen.
Für viele Einsteigerinnen ist die breit gestreute Ein-ETF-Lösung mit dem FTSE All World deshalb der einfachere Weg in den langfristigen Vermögensaufbau.
Finanzmutig-Tipp
Wenn du dir unsicher bist, welcher Ansatz zu dir passt: Nutze den ETF-Sparplan-Rechner auf Finanzmutig und sieh, wie sich verschiedene Sparraten über die Zeit entwickeln – unabhängig vom gewählten Index.
ACWI vs. FTSE All World – was ist der Unterschied?
Was ist der MSCI ACWI?
Wer sich intensiver mit Welt-ETFs beschäftigt, stößt früher oder später auf den Begriff ACWI – All Country World Index. Dieser Aktienindex kommt ebenfalls von MSCI und ähnelt dem FTSE All World: Er enthält sowohl Industrie- als auch Schwellenländer und bildet damit einen noch breiteren Teil des weltweiten Aktienmarktes ab als der klassische MSCI World.
ACWI und FTSE All World im Vergleich
In der Praxis sind ACWI und FTSE All World sehr ähnlich. Beide decken Industrie- und Schwellenländer ab, beide werden von ETF-Anbietern wie iShares oder Vanguard abgebildet, und beide eignen sich als breit gestreute Basis für einen langfristigen ETF-Sparplan. Die Unterschiede liegen im Detail: bei der genauen Ländereinstufung, der Anzahl der enthaltenen Unternehmen und der Kostenstruktur des jeweiligen ETFs.
Für den Einstieg ins passive Investieren gilt auch hier: Der Unterschied zwischen ACWI und FTSE All World ist kleiner als die Entscheidung, überhaupt anzufangen.
MSCI World oder FTSE All World: Welcher hatte bisher die höhere Rendite?
Warum historische Renditen wenig aussagen
Das ist eine der häufigsten Fragen überhaupt – und gleichzeitig eine der am wenigsten hilfreichen. Warum? Weil die Antwort vom betrachteten Zeitraum, der Währung, dem konkreten ETF und der Indexversion abhängt. Es gab Phasen, in denen Industrieländer besser liefen, und Phasen, in denen Schwellenländer stärker gewachsen sind.
Je nach betrachtetem Zeitraum lagen beide Aktienindizes historisch oft nah beieinander. In den vergangenen Jahren hatte der MSCI World aufgrund der starken Entwicklung großer US-Technologieunternehmen zeitweise leichte Vorteile. Ob das so bleibt, kann niemand seriös vorhersagen.
Was wirklich zählt
Deshalb halte ich die Frage nach der historischen Rendite für deutlich weniger wichtig als viele Anleger glauben. Wichtiger für den langfristigen Vermögensaufbau sind breite Streuung, ein regelmäßiger ETF-Sparplan und das Durchhalten über viele Jahre.
Der beste Aktienindex ist nicht der mit der schönsten Vergangenheit. Der beste Index ist der, den du langfristig durchhältst.
MSCI World oder FTSE All World für Anfänger?
Viele Anfängerinnen wünschen sich möglichst wenig Aufwand beim passiven Investieren – und möglichst wenig Entscheidungen. Für diese Situation kann eine breit gestreute Ein-ETF-Lösung interessant sein, die möglichst viele Regionen der Welt bereits automatisch berücksichtigt.
Gerade am Anfang kann Einfachheit ein großer Vorteil sein. Das heißt nicht, dass der MSCI World für Anfängerinnen ungeeignet wäre – beide Aktienindizes sind etablierte, breit gestreute Lösungen. Es geht eher darum, wie viel du dir später zutrauen oder zumuten möchtest, wenn es um die Erweiterung deines Portfolios geht.
Wie viel könnten 100 Euro monatlich in 20 oder 30 Jahren wert sein? Nutze den ETF-Sparplan-Rechner von Finanzmutig und spiele verschiedene Szenarien durch. Oft zeigt sich dabei: Der größte Hebel beim Vermögensaufbau ist nicht die Indexauswahl – der größte Hebel ist die Zeit.
Reicht ein ETF wirklich aus?
Viele Anfängerinnen glauben, sie müssten mehrere Indexfonds gleichzeitig besitzen, um wirklich breit investiert zu sein. Tatsächlich investieren zahlreiche Anlegerinnen ausschließlich in einen einzigen, breit gestreuten Welt-ETF – und das vollkommen zurecht.
Der Grund: Bereits ein einziger ETF-Sparplan auf den MSCI World oder den FTSE All World enthält Anteile an über tausend beziehungsweise mehreren tausend Unternehmen weltweit. Mehr ETFs bedeuten nicht automatisch mehr Sicherheit – sie bedeuten vor allem mehr Verwaltungsaufwand und mehr Entscheidungen.
Ein einzelner Welt-ETF ist deshalb für die meisten Einsteigerinnen ein vollkommen ausreichender Start. Wer später gezielt einzelne Regionen stärker gewichten möchte, kann das jederzeit ergänzen.
Beispiele für ETFs auf MSCI World und FTSE All World
Damit du dir konkret etwas vorstellen kannst, hier ein paar Beispiele für Indexfonds, die diese Aktienindizes abbilden. Wichtig: Das sind ausdrücklich Beispiele zur Orientierung, keine Kaufempfehlung.
Beispiele für ETFs auf den MSCI World:
- iShares Core MSCI World
- Xtrackers MSCI World
- SPDR MSCI World
Beispiele für ETFs auf den FTSE All World:
- Vanguard FTSE All-World
- Invesco FTSE All-World
Dies sind beispielhafte Nennungen zur Orientierung und keine Kauf- oder Anlageempfehlung.
Finanzmutig-Tipp: Ausschüttend oder thesaurierend?
Wenn du deinen Welt-ETF ausgewählt hast, kommt die nächste Frage: Soll der Indexfonds Gewinne ausschütten oder automatisch reinvestieren? Das beantwortet der Artikel Ausschüttend oder thesaurierend? – oder du nutzt direkt den Vergleichsrechner auf Finanzmutig.
Für Kinder sparen: Welcher Index passt?
Dieser Abschnitt liegt mir besonders am Herzen. Wenn Eltern investieren, geht es selten nur um Rendite. Es geht um Möglichkeiten.
Stell dir vor, dein Kind ist heute drei Jahre alt. Bis zum 18. Geburtstag liegen noch 15 Jahre vor euch. In dieser Zeit können Hunderte Sparraten zusammenkommen, klein und unauffällig, Monat für Monat. Vielleicht finanziert das später den Führerschein. Vielleicht das Auslandsjahr. Vielleicht die erste eigene Wohnung, oder einfach einen leichteren Start ins Erwachsenenleben, ganz ohne Druck.
Wenn dein Anlagehorizont 15 oder 18 Jahre beträgt, kann eine möglichst einfache Lösung besonders attraktiv sein. Denn je weniger Entscheidungen unterwegs notwendig sind, desto leichter fällt vielen Familien das langfristige Durchhalten.
Denk nicht zuerst an den Index. Denk an die Zukunft deines Kindes. Der ETF ist nur das Werkzeug – die eigentliche Investition erfolgt in Chancen, Möglichkeiten und Freiheit.
Mehr dazu findest du im Artikel ETF-Sparplan für Kinder.
Welcher Index-Stil passt besser zu dir?
Ein FTSE All World könnte interessant für dich sein, wenn…
- du möglichst wenig Aufwand möchtest
- du am liebsten nur einen einzigen ETF besparen möchtest
- Schwellenländer für dich automatisch enthalten sein sollen
- du möglichst wenige Entscheidungen treffen möchtest
Ein MSCI World könnte interessant für dich sein, wenn…
- du dein Portfolio später selbst erweitern möchtest
- du Schwellenländer bewusst separat dazu kombinieren möchtest
- du gerne etwas mehr Kontrolle über die Gewichtung hast
Meine persönliche Sicht
Als ich angefangen habe, mich intensiver mit ETFs zu beschäftigen, dachte ich, ich müsste die perfekte Lösung finden. Ich habe Vergleiche gelesen, Foren durchforstet, Tabellen mit Zahlen verglichen, die ich eigentlich noch gar nicht richtig einordnen konnte. Am Ende hat mich das eher gelähmt als weitergebracht.
Heute sehe ich das deutlich entspannter. Rückblickend war die Entscheidung, überhaupt anzufangen, viel wichtiger als die Entscheidung zwischen zwei Weltindizes. Beide hätten mir über die letzten Jahre eine solide Rendite gebracht, während ich stattdessen noch wochenlang Vergleichsartikel gelesen habe.
Wenn ich heute möglichst einfach starten wollte, würde ich persönlich eine Lösung bevorzugen, die bereits viele Regionen der Welt automatisch abdeckt – also tendenziell einen FTSE All World oder vergleichbaren Index. Nicht weil er automatisch besser performt, sondern weil weniger Entscheidungen notwendig sind. Und genau das hilft vielen Menschen dabei, langfristig investiert zu bleiben.
Hinweis: Keine Anlageberatung. Diese Einschätzung spiegelt meine persönliche Erfahrung wider, nicht eine individuelle Empfehlung für deine Situation.
⚠️ Wichtiger Hinweis: Dieser Beitrag dient ausschließlich der allgemeinen Information und stellt keine Anlageberatung dar. Kapitalanlagen sind mit Risiken verbunden, der Wert deiner Anlage kann steigen und fallen.
Die häufigsten Irrtümer
„Der FTSE All World ist automatisch besser“
Nein. Er bildet lediglich einen größeren Teil des weltweiten Aktienmarktes ab. Das ist nicht automatisch gleichbedeutend mit einer höheren Rendite.
„Der MSCI World ist kein richtiger Welt-Index“
Doch. Er investiert bereits weltweit in zahlreiche Industrieländer. Er enthält lediglich keine Schwellenländer.
„Mehr Unternehmen bedeuten automatisch mehr Rendite“
Nein. Eine größere Anzahl von Unternehmen garantiert keine höhere Rendite, sie verändert vor allem die Streuung deines Investments.
„Ich muss die perfekte Entscheidung treffen“
Nein. Die meisten Anleger verlieren kein Vermögen durch die Wahl des „falschen“ Welt-Index. Sie verlieren Vermögen durch verlorene Zeit, in der sie gar nicht investiert waren.
Häufige Fragen
Fazit
MSCI World oder FTSE All World? Die ehrliche Antwort lautet: Beide können eine gute Grundlage für langfristigen Vermögensaufbau sein.
Der wichtigste Unterschied besteht darin, dass der FTSE All World zusätzlich Schwellenländer berücksichtigt und dadurch automatisch breiter streut, während der MSCI World sich ausschließlich auf etablierte Industrieländer konzentriert. Am Ende entscheidet jedoch nicht die perfekte Index-Auswahl über deinen Erfolg, sondern die Fähigkeit, über viele Jahre regelmäßig investiert zu bleiben.
Alles Liebe,
Chrissi von Finanzmutig
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